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Modellkommune Eberswalde

Modellkommunen
Übersicht der Modellkommunen: Eberswalde

Spielleitplanung Eberswalde

Organisation: Stadt Eberswalde
Breite Straße 41-44
16225
Eberswalde
Brandenburg
Ansprechpartner: Frau Petra Fritze
Website: http://www.eberswalde.de


Projektinhalt
Die Stadt Eberswalde mit ca. 41.000 Einwohnern liegt im Nordosten Brandenburgs, etwa 50 km von Berlin entfernt. Als Verwaltungssitz des Landkreises Barnim verfügt die Stadt bereits über zahlreiche Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien. Mit der Einführung der Spielleitplanung soll der bisherige Weg zu einer familienfreundlichen Stadt konsequent weiter gegangen werden. Ziel ist ein attraktives Wohnumfeld für alle Generationen, in dem aber auch die jüngsten Eberswalder vielfältige Möglichkeiten für Spiel, Sport und Freizeitgestaltung vorfinden.

Gegenwärtig wird ein Spielleitplan für das gesamte Gemeindegebiet erarbeitet. Besonders in den bevölkerungsreichen Stadtteilen soll das noch vorhandene Defizit an Spiel- und Freiflächen aufgezeigt sowie Barrieren im städtischen Verkehrsnetz benannt werden. Im Herbst 2010 wird dann ein Plan vorliegen, welcher Aussagen zur Sicherung, Weiterentwicklung und Neuschaffung von Flächen als Spiel-, Erlebnis- und Aufenthaltsräume beinhaltet. In diesem werden auch Maßnahmen zur kinder- und jugendgerechten Sicherung und Vernetzung von Verkehrsflächen sowie zur Schaffung eines siedlungsübergreifenden Wegenetzes abseits der Hauptverkehrsstraßen enthalten sein.
Die Spielleitplanung in Eberswalde ist ein offener Planungsprozess. Nur durch die Partizipation der Einwohner kann dieser erfolgreich gestaltet werden. Das Bündnis für Familien, das Kinder- und Jugendparlament sowie die Bürgerstiftung Barnim Uckermark sind neben den Bürgern der Stadt wichtige Partner, die sich aktiv in diesen Prozess einbringen.

Eberswalde - Auftaktveranstaltung

Projektdurchführung
Begonnen hat die Spielleitplanung in Eberswalde mit dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung im September 2007. Seitdem wird bei Planungsprozessen verstärkt auf die rechtzeitige Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen bei der Neuanlage von Grün- und Spielflächen geachtet. So fanden in den letzten beiden Jahren für folgende Flächen Planungswerkstätten in Kooperation mit Eberswalder Schulen oder Vereinen statt, wo Kinder und Jugendliche ihre Ideen und Wünsche zur Gestaltung einbringen konnten:
  • Grünzug Michaelisstraße mit integriertem Spielplatz
  • Stadtpark Finow mit Spiel- und Sportangeboten
  • Skateranlage Lausitzer Straße
  • Freifläche Kyritzer Straße
  • Grünfläche Eichwerderstraße / Richterplatz mit Spielangeboten.

Weitere Projekte sind in Vorbereitung. Gegenwärtig werden aus der Vielzahl der größeren und kleineren Maßnahmen des Spielleitplans die Projekte ausgewählt, die vorrangig bearbeitet werden sollen. Dazu gehört die Grünfläche Schützenplatz, wo insbesondere Angebote für Jugendliche neben Flächen für Sport und Spiel für die ganze Familie neu geschaffen werden. Mit der Integration des Eberswalder Wunderkreises, eines Labyrinths, in die Parkgestaltung soll an die Historie dieses Ortes angeknüpft werden.

Ein spezielles Projekt der nächsten Jahre wird die Neuanlage eines Minigolfplatzes sein, der von der Volkssolidarität als Integrationsprojekt mit psychisch kranken Bewohnern der Stadt betrieben werden soll. Auch die Konzipierung und Unterhaltung eines Naturspielraumes als Erlebnisfläche, die ohne fertige Spielgeräte auskommt, ist vorgesehen. Hierzu sind noch geeignete Betreiberstrukturen zu entwickeln, eine geeignete städtische Fläche gibt es schon.

Eberswalde - Planungswerkstatt  Eberswalde - Spielplatzeröffnung am

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
Im Rahmen der Erarbeitung des Spielleitplanes wurden zu Beginn der Bestandserfassung ca. 200 Kinder und Jugendliche zu ihren Wegen, Treffpunkten, Konfliktorten sowie Veränderungswünschen befragt. Die sehr vielfältigen Antworten zeigen, dass sich bereits Schulkinder intensiv mit ihrem Wohnumfeld auseinandersetzen und ihre Umwelt sehr genau wahrnehmen. Es kamen zahlreiche Hinweise und Verbesserungsvorschläge, deren Umsetzbarkeit im Rahmen der Spielleitplanung auf den Prüfstand gestellt wurde.
Ein weiterer Beteiligungsbaustein waren Streifzüge mit Kinder und Jugendlichen in verschiedenen Stadtteilen. Hier erfuhren die erwachsenen Begleiter von den beteiligten Kindern Aufenthaltsbereiche in der Stadt, die zum Spielen in der Freizeit aufgesucht werden. Neben Spielplätzen handelte es sich vor allem um ungestaltete Brachen und Freiflächen, die als Treffpunkt beliebt sind oder zum „Entdecken“ aufgesucht werden.
Auch bei der Auftaktveranstaltung und der Trägerkonferenz brachten Kinder und Jugendliche in der Diskussion mit Erwachsenen weitere Hinweise, Anregungen und Ideen ein. Einen Höhepunkt im Beteiligungsprozess zur Aufstellung des Spielleitplanes bildete die Zukunftswerkstatt. Kinder aus verschiedenen Schulen des Stadtgebietes trafen sich, um in Form einer Zukunftspyramide ihre Gedanken für ein kinder- und familienfreundliches Eberswalde aufzuzeigen. Das Ergebnis dieses Workshops wurde anlässlich des Stadtforums zum Finowkanal und anschließend im Rathaus einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Eberswalde - Befragung Eberswalde - Zukuntfswerkstatt

Projektchronologie

  • Februar 2007: Erarbeitung einer Spielplatzkonzeption für das Stadtgebiet
  • September 2007: Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Aufstellung eines Spielleitplanes für das gesamte Stadtgebiet
  • März 2008: Bestätigung als Modellkommune im Programm „Kinderfreundliche Stadtgestaltung“ beim DKHW
  • Februar 2009: Informationsveranstaltung des DKHW zu Zielen und Inhalten der Spielleitplanung für die neu gewählte Stadtverordnetenversammlung
  • September 2009: Beauftragung der ARGE „Stadt-Kinder /Integere“ aus Dortmund und Berlin mit der Erarbeitung eines Spielleitplans für Eberswalde
  • September-Dezember 2009: Grundlagenermittlung und Ortsbesichtigungen durch die ARGE
  • Dezember 2009: Mental Maps – Befragungen an verschiedenen Schulen und Bildungseinrichtungen der Stadt
  • Dezember 2009-Februar 2010: Streifzüge mit Kindern und Jugendlichen im Stadtgebiet
  • Januar / Februar 2010: Auswertung der Mental Maps und der Streifzüge
  • März 2010: Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung im Rahmen der Spielleitplanung gemeinsam mit der Bürgerstiftung Barnim Uckermark und dem Kinder und Jugendparlament der Stadt Eberswalde
  • März 2010: Trägerkonferenz mit Vertretern von Jugendeinrichtungen, Kindertagesstätten und Schulen
  • Juni 2010: Zukunftswerkstadt mit Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen Schulen des Stadtgebietes
  • Herbst 2010: Beschluss des Spielleitplanes durch die Stadtverordnetenversammlung
  • ab 2011: schrittweise Umsetzung von Projekten der Spielleitplanung
Öffentlichkeitsarbeit
Zur allgemeinen Information der Bürger der Stadt Eberswalde wurde von der ARGE „Stadt-Kinder/Integere“ ein Informationsblatt erstellt, welches über die Ziele und Inhalte der Spielleitplanung informiert. Außerdem wird die Internetseite der Stadt Eberswalde (www.eberswalde.de) genutzt, um die Bürger in den Prozess einzubinden und um Informationen schnell und zielgerichtet zu verbreiten.
Auch die Publikationen der Stadtverwaltung wie das „Eberswalder Monatsblatt“, „report e“ und „Ein/Ausblicke“ werden eingesetzt, um die Bürger der Stadt über aktuelle Projekte zu informieren.

Eberswalde - Diverse Zeitungen aus der Region Eberswalde

Erfolge und Schwierigkeiten
Bereits während der Erarbeitung des Spielleitplans wurden neue Wege zur Beteiligung und Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen bei der Planung und Realisierung von Grünflächen beschritten. Seit 2008 werden zu Beginn von Objektplanungen Planungswerkstätten durchgeführt. Hier haben die Kinder, als zukünftige Nutzer, eine neue Plattform, um ihre Ideen, Wünsche und Hinweise zur Gestaltung von städtischen Freiflächen einzubringen. Begleitende Veranstaltungen während des Planungsprozesses und der Bauablaufs ermöglichen es, dass bereits die jüngsten Eberswalder miterleben, was bei der Realisierung eines Spielplatzes alles zu beachten ist und welche Möglichkeiten es gibt, sich aktiv in die Stadtgestaltung einzubringen. Die Resonanz ist gut, bleibt zu hoffen, dass bestehende Probleme mit Vandalismus sowie Ordnung und Sauberkeit abgebaut werden können.

Schwierig ist es auch, interessierte Bürger für die Mitarbeit in einer begleitenden Arbeitsgruppe zu gewinnen. Hier gibt es erste gute Ansätze, die jedoch weiter auszubauen sind. Mit dem Schwung der Spielleitplanung hat sich zum Beispiel in der Clara-Zetkin-Siedlung eine Elterninitiative etabliert, die sich in die Errichtung einer Spielfläche im Wohngebiet aktiv einbringen will.

 

Ausblick
Mit dem Beschluss des Spielleitplans durch die Stadtverordnetenversammlung, welcher zum Ende des Jahres 2010 vorliegen soll, besitzt die Stadt ein umfangreiches Handlungskonzept, welches es in den nächsten Jahren schrittweise umzusetzen gilt.
Es gilt Strukturen zu schaffen und zu festigen, um die Belange von Kindern und Jugendlichen aber auch der älteren Generation bei allen Planungen der Kommune durch geeignete Beteiligungsprozesse umfassend zu berücksichtigen.
Die Spielleitplanung wird als Daueraufgabe zur Gewährleistung einer familienfreundlichen Stadt Eberswalde etabliert. Für die Realisierung der vielfältigen Projekte muss es noch besser als bisher gelingen, die Bürger der Stadt mitzunehmen und die vorhandenen Aktivitäten von Schulen, Kitas und Vereinen zu vernetzen. Aber auch die Potentiale, die es durch die Kooperation mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH) gibt, sind optimal auszuschöpfen. Ebenso wird das Kinder- und Jugendparlament der Stadt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung spielen.


Finanzierung
Die Umsetzung der Spielleitplanung in Eberswalde wird entsprechend der Haushaltslage finanziert. Für zentrale Projekte ist eine Finanzierung über Fördermittel (Städtebaufördermittel und EFRE-Programm) in den nächsten Jahren vorgesehen.

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