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Modellkommunen
Übersicht der Modellkommunen: Pattonville

Beteiligungsprojekt für ein Kinder- und Jugendgelände in Pattonville


Organisation: Zweckverband Pattonville/ Sonnenberg
John-F.-Kennedy-Allee 19/3
71686
Remseck-Pattonville
Baden-Württemberg
Ansprechpartner: Herr Dieter Girrbach
Website:

http://www.pattonville.de, http://www.jugend-pattonville.de/


Projektinhalt
Der Zweckverband Pattonville/Sonnenberg, gegründet 1992, entwickelt auf rund 82 ha Fläche der früheren amerikanischen Wohnsiedlung Pattonville eine Stadt im Grünen für 7.000 Menschen und eine große Zahl auswärtiger Schüler und Beschäftigte. Pattonville liegt zentral in der Region Stuttgart. Der Stadtteil am südlichen Rand der Barockstadt Ludwigsburg liegt zu ca. einem Drittel auf der Mar-kung Kornwestheim und zu zwei Dritteln auf Markung Remseck am Neckar. Mit der aus einem städtebaulichen Wettbewerb hervor gegangenen Neuordnungskonzeption wurden die Weichen dafür gestellt, ausgehend vom prägenden Bestand der Wohngebäude, dem darauf orientierten Erschlie-ßungssystem und den öffentlichen Einrichtungen, Pattonville zu einem nachhaltigen Wohnstandort mit allen städtischen Funktionen zu entwickeln. Dabei wird besondere Sorgfalt auf die Schaffung von großzügigen Freiräumen gelegt.

Eine ehemalige amerikanische Wohnsiedlung soll zu einer attraktiven Stadt im Grünen entwickelt werden. Ein 12.000 m² großes unbebautes Wiesengelände ist als Jugendfreizeitgelände ausgewiesen und soll gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen entwickelt werden.

Pattonville wird als kinder-, jugend- und familienfreundlicher Ort konstruktiv weiterentwickelt. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen ist mit 37% doppelt so hoch wie im Land Baden-Württemberg.

Projektdurchführung

Die Interessen der Kinder und Jugendlichen sollen in der weiteren Umsetzung der städtebaulichen Planung sowie in Einzelprojekten berücksichtigt werden. Dies ist durch ein Beteiligungsverfahren gesichert, dass der Zweckverband Pattonville und die AG Jugend Pattonville (Ehrenamtliche) gemeinsam realisiert haben. Wer sich beteiligt, übernimmt Verantwortung. Kinder und Jugendliche brauchen Raum und Räume, in denen sie sich wohl fühlen, die sie sich aneignen und die sie gestalten können. Kinder und Jugendliche sind "Experten in eigener Sache". In diesem Partizipati-onsverfahren sollen und haben sie eigene Ansprüche entwickelt, mit Grenzen und Möglichkeiten umzugehen, ihren Handlungs-spielraum zu erweitern und Verantwortung zu übernehmen.

Das Gelände soll attraktiv sein – es soll wachsen -, innovativ sein durch weitere Beteiligungsverfahren, und Ressourcenorientierung, kostengünstig sein durch die Beteiligung der Nutzer und das Recycling von Baustoffen (Container).

Ablauf:

  • Bestandsaufnahme und Auftaktveranstaltung, Methodenmix aus Open Space und Zukunftswerkstatt
  • in 7 Bauworkshops entsteht das Modell (M 1:100)
  • kontinuierlicher Prozess von Planung, Entwicklung, Weiterentwicklung, Baumaßnahmen und Durchführung einzelner Projekte
  • Entstehung des Geländes unter Federführung eines Landschaftsarchitekten und der Mitarbeiter des Jugendtreffs
  • aktive Beteiligung des zukünftigen Trägers des Jugendgeländes

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
Beteiligung Kinder von 6-10 Jahren an der Grundschule als Projektwoche, Workshops zu verschiedenen Themen Beteiligung Jugendliche:
Bestandsaufnahme und Auftaktveranstaltung, Methodenmix aus Open Space und Zukunftswerkstatt, in 7 Bauworkshops entsteht das Modell (M 1:100), der Plan entsteht Schritt für Schritt nach dem Modell der Jugendlichen.
Etwa 800 Kinder und Jugendliche wurden im Beteiligungsverfahren einbezogen. Die Kinder und Jugendlichen wurden von Beginn der Planungen an beteiligt, es war und ist ein kontinuierlicher Prozess von Planung, Entwicklung, Weiterentwicklung, Beteiligung an Baumaßnahmen und Durchführung einzelner Projekte. Eine Kerngruppe von 15-20 Jugendlichen „begleitet“ den Prozess der Entstehung des Geländes. Die Jugendlichen können bei der Errichtung der Container in den Schulferien einige
Eigenleistungen übernehmen.

Projektchronologie:

  1. Sommer 2005 Beauftragung eines Projektleiters/ Moderators für „Beteiligungsprojekt Kinder- und Jugendgelände Pattonville“
  2. Bestandsaufnahme im Stadtteil Okt. bis Dez. 2005
  3. Konzept Beteiligungsverfahren mit großer Auftaktveranstaltung Jan. bis März 2006
  4. Umsetzung Beteiligungsverfahren April bis August 2006
  5. Beginn Erschließungsmaßnahmen und Erdbewegungen auf Gelände Sep 2006 bis Feb. 2007
  6. Bis Herbst 2007 Fertigstellung des Geländes (mit verschiedenen Bauprojekten der Jugendlichen)

Erfolge und Schwierigkeiten
Als erfolgreich ist die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten zu bewerten. Die Beteiligungs-nstrumente bewähren sich, die Gruppe der Jugendlichen hält gut zusammen, die Anwohner diskutieren konstruktiv mit und werden sich insbesondere in der Farbgestaltung mitbeteili-gen und die Politik ist nach wie vor unterstützend. Der Bauprozess ist u.a. durch die Nutzung von Bodenaushub des BA VII und der Nutzung bislang gebrauchter Container recht komplex und bedarf vieler Absprachen. Auch ist das Landesdenkmalamt mit Grabungen (Funde von römischen Brennöfen, Keltenfriedhof) auf dem Gelände tätig, was Zeit und Geld kostet. Dennoch, die Kooperationen funktionieren hervorragend. Den Container-Hersteller konnte man mit „ins Boot nehmen“ und so die gestiegenen Kosten doch wieder erheblich reduzieren. Der Regen im Juli wird leider zu einige Verzögerungen führen. Die Grundschule hat ihr Konzept „Tierbereich“ komplett fertig und wird damit im neuen Schuljahr starten.

Ausblick
Die Beteiligten freuen sich und sind stolz darauf, den Prozess damals unter partizipatorischen Aspekten begonnen zu haben. „Mehr als ein Spielplatz“, das war allen wichtig und wenn das Projekt sich seinem Ende nähert, sind 4 Ziele sicherlich erreicht.

  1. Entwicklung eines bürgerfreundlichen Stadtteils unter partizipativen Aspekten
  2. Unterstützung und Förderung von Kindern und Jugendlichen, Mädchen und Jungen in ihrer gesamten Entwicklung
  3. Förderung der sozialen Kommunikation und des Dialogs im Gemeinwesen
  4. Identifikation und Zugehörigkeit im Gemeinwesen.

In der Kinder- und Jugendarbeit gibt es kein Ende, auch wenn das Gelände mal „fertig gestellt“ sein wird. Aber „fertig“ wird es sicher nie, neue und andere Kinder und Jugendliche werden kommen und neue Fragen stellen. Und so wird es weiter gehen und man nimmt sich vor, sich weiter darum zu kümmern, im politischen Raum, als Hauptamtliche, als Ehrenamtliche, Kooperationspartner, Engagierte und Interessierte.

 

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